Platz als Mangelware: Selfstorage im Fokus der Wissenschaft

Der Weblog Platzprofessor bietet seit fünf Jahren ein vielseitiges Forum für Themen rund um das Geschäftskonzept Selfstorage. Ob Architekten, Soziologen oder Wirtschaftswissenschaftler – der Wunsch nach mehr Stauraum und die Gründe für den Platzmangel beschäftigen alle. 

Längst ist das erfolgreiche Geschäftskonzept „Selfstorage“ als Forschungsgegenstand auch an den Universitäten und Hochschulen angekommen und erfährt die Aufmerksamkeit verschiedenster wissenschaftlicher Disziplinen. Seit ein paar Jahren betreibt das Unternehmen MyPlace-SelfStorage deshalb in einer Kooperation mit der Humboldt Universität zu Berlin den Blog „Platzprofessor“. Dort können Wissenschaftler und Studenten Arbeiten, die sich in den verschiedenen Disziplinen mit dem Konzept Selfstorage auseinandersetzen, veröffentlichen und diskutieren. Forschungsarbeiten stammen vorwiegend aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, aber auch Architektur und die Wirtschaftswissenschaften nutzen den Blog.

Platz wird zur Mangelware

Die Soziologin Carmen Keckeis erforschte in ihrer Diplomarbeit „Selfstorage“ die sozialen Gründe für den Boom des Geschäftsmodells. An Hand von Interviews mit Angestellten und Kunden bei MyPlace stellte sie fest, dass bei der ohnehin schon schwierigen Wohnungssuche die Frage nach ausreichend Stauraum oftmals in den Hintergrund rückt. Auch städtebauliche Maßnahmen von Politik und Wirtschaft, die mehr Wohnraum in den beliebten Städten schaffen sollen, begünstigen Selfstorage-Konzepte. Nicht nur der Neubau von Wohnungen steht auf den Tagesordnungen der Baureferate, mit der sogenannten „Nachverdichtung“ möchte man mehr Platz für die Zuzügler schaffen. Wenn Dachböden und Keller aber zu Wohnraum werden, fällt Stauraum natürlich weg.

Der Besitz von Gegenständen ist in unserer Zeit längst einem rationalen Grund entwachsen. Dinge definieren uns, so etwa der alte Bauernschrank, der die Geschichte der eigenen Herkunft erzählt. Die Lebensstile der Konsum- und Erlebnisgesellschaft machen es notwendig, Platz für Gegenstände zu schaffen, die für unseren regulären Tagesablauf keine Rolle spielen. Das Snowboard, die Tauchausrüstung oder die sorgfältig aufgebaute Playmobilsammlung eines 40-Jährigen sind heutzutage nicht nur Hobbys, sondern Symbole, die das Image oder die Persönlichkeit definieren. Das Lagern erfüllt dadurch eine emotionale Funktion und der Platz für die Aufbewahrung dieser Symbole ist Mangelware.

MyPlace weiterhin auf Expansionskurs – auch in Wien

Derzeit nutzen insgesamt etwa 25.800 MyPlace-Kunden an 38 Standorten rund 35.100 Lagerabteile auf einer Gesamtfläche von über 305.000 m². In Wien bietet das Netz der 10 bereits bestehenden MyPlace-Filialen an die 10.000 Lagerabteile mit insgesamt rund 55.500 m² Platz für ausgefallene Sammlungen, wertvolle Erinnerungen oder den Nachlass der Großtante.

Auch in den kommenden Jahren erwartet MyPlace eine steigende Nachfrage nach flexibel mietbaren Lagermöglichkeiten. Neben der unmittelbar bevorstehenden Eröffnung der neuen Wiener Filiale in der Litfaßstraße in Sankt Marx Anfang Dezember 2016 plant das Unternehmen drei weitere Häuser in Berlin sowie jeweils einen neuen Standort in Stuttgart, Leipzig, Mainz und Offenbach. Mit einem Investitionsvolumen von rund 72 Mio. Euro wird das bestehende Filialnetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz bis 2017 auf insgesamt 46 Lagerhäuser erweitert. „Unser Ziel ist, dass die Bewohner der MyPlace-Regionen innerhalb von zehn Autominuten einen der Standorte erreichen können“, erklärt MyPlace-Geschäftsführer Martin Gerhardus die Vision seines Unternehmens.

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